Pilgerkonvent 2018 - Die Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenbezirks Sulz waren auf dem Beuroner Jakobsweg unterwegs

Drei Tage lang haben wir uns miteinander auf den Weg gemacht – auf den Beuroner Jakobsweg. Für manche war es das erste Mal, dass sie ausprobiert haben, was es mit dem Pilgern auf sich hat. Für andere war es etwas sehr Vertrautes. Und trotzdem ist nicht jeder Pilgerweg gleich. Wer zum Pilgern aufbricht, der bricht immer wieder neu auf – auch auf die vertrauten Wege.

Bewegung kam dabei sicherlich nicht nur in die Beine, sondern auch in die Gedanken. Durch die Anregungen der Impulse unterwegs, durch Gespräche, durch das Nachdenken über Vergangenes und Zukünftiges. Oder das ganz tiefe im Jetzt gegenwärtig sein. Manchmal auch durch den schweigenden Blick in die Natur – oder den schweigenden Blick in das eigene Innere.

Von der Füße Arbeit kehren wir nun zurück in unsere Gemeinden, zurück zu unserer Hände Werk. Ich fand hier den Psalm sehr schön passend, den wir vorhin gehört haben:

Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich
und fördere das Werk unsrer Hände bei uns. (Psalm 90,17)

 

Das Werk unserer Hände im Pfarramt ist vielfältig. Viele Fäden laufen da zusammen: Die Lebensgeschichten der Menschen, die nach christlicher Deutung fragen. Menschen vom jungen bis ins hohe Alter, in unterschiedlichen Lebenssituationen, in Leid und Freud. Menschen auf der Suche nach der Möglichkeit aktiv Gemeindeleben zu gestalten. Mit Fragen nach einer eigenen gelebten Frömmigkeit, nach Sinndeutung oder mit dem Wunsch nach einem Getragen sein im haltgebenden Netz der christlichen Kirche. Wir geben Menschen Auskunft, Antworten und Halt – vor allem in schwierigen Situationen, bei Verlust, Schmerz und Schock.

Die hölzerne Skulptur einer Hand beim Haus Bittenhalde soll dies zum Ausdruck bringen: das Halt geben. Zugleich öffnet sie sich hoch zum Himmel. Ich denke, das ist die Kunst des Haltgebens gerade in unserem Beruf: Halt geben nicht als Festhalten an Standardworten und –taten, die wir einfach ständig wiederholen. Sondern dass wir Halt geben in der Offenheit zu Gott, in der Offenheit dem Gegenüber, was vom Himmel zu uns kommt, gerade in komplexen und schwierigen Situationen.

Die zweite Hand deutet zum Himmel – und sucht dabei nach Balance: auch das ist eine Erfahrung, die wir als Pfarrerinnen und Pfarrer kennen. In Gottesdienst, Predigt oder Seelsorge, in der Schule, beim Geburtstagsbesuch deuten wir auf Bilder, auf Texte, auf Gedanken, auf Bibelstellen. Deuten diese – um auf die Wegweiser zu deuten, die uns auch selbst weitergebracht haben, deuten auf Jesus, streben immer wieder neu danach, auf Gott zu deuten. Diese Arbeit kommt mir manchmal vor wie einer unserer Aufstiege auf einen Berg, z.B. in der Mittagshitze hinauf zum Kappellencafé: unterschiedlich sind unsere Wege nach oben gewesen. Unterschiedlich steil, hart, einfach oder herausfordernd. Unterschiedlich die Kräfte die es kostet und die persönlichen Begabungen, die uns helfen, diesen Aufstieg zu schaffen. Unterschiedlich auch die Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen. Wir ringen um die Balance, Wege nicht nur selbst zu gehen – sondern auch andere daran teilhaben zu lassen, um ihnen den Aufstieg zu erleichtern. Doch je mehr wir uns der Bergspitze nähern, umso mehr eröffnet sich uns der gemeinsame Ausblick. Führt uns der Punkt zusammen, auf den unsere Hände deuten.

((Halt geben – im Kontakt mit dem Himmel. Sich auf dem eigenen Weg zum Himmel ausbalancieren und das Gute weiter geben – ich finde, auf diesem Weg segnen wir nicht nur, sondern wir unser Leben zum Sinnbild für den Segen, den Gott schenkt. Den Segen, der sich auf dem Weg eröffnet, wenn man ihn geht. 

Und so klingt auch der Psalmvers für mich: Wie ein Segen für unsere Hände, die Spuren tragen und Spuren hinterlassen: 

Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns.  Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern!))

Kathrin Sauer

Literatur: www.feriendorf-tieringen.de/das-feriendorf/impulsstationen/station-2/

Gottesdienste auf dem Wandbühl

Mehrmals wird auch in diesem Sommer auf dem Wandbühl beim Kloster Kirchberg Gottesdienst gefeiert. Ein kurzer „Pilgerweg“ führt vom Parkplatz beim Kloster zur Hochebene mit dem markanten Caravaca-Kreuz und herrlichem Blick zur Schwäbischen Alb. Dass die Weite dort oben und der Überblick auf die Umgebung der Seele guttut, ist bekannt. Viele Besucher erfreuen sich regelmäßig an diesem Ausblick. Ein passender Ort für die Gottesdienste im Grünen, zu denen der Evangelische Kirchenbezirk den Sommer über an fünf Sonntagen einlädt.

 

Der erste Gottesdienst in diesem Jahr ist am Feiertag Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 10. Mai, um 11.00 Uhr. Inhaltlich geht es passenderweise um den Blick zum Himmel, eigentlich uns sinnbildlich. Lieder und Gebete helfen, Gott zu loben und seine Nähe zu erfahren. Das Wandbühl-Musikteam um Ewald Plocher aus Holzhausen begleitet die Lieder. Den Himmelfahrts-Gottesdienst gestalten Dekan Ulrich Vallon, Pfarrerin Kathrin Sauer und Pfarrer Christoph Gruber. Einladend wird auch der liebevoll gerichtete Imbiss und das Getränkeangebot im Anschluss, für das an Himmelfahrt die Pfadfinder aus Empfingen zuständig sind. So lässt sich der Gottesdienstbesuch mit einer Wanderung oder Radtour verbinden und man kann noch oben auf der Hochebene verweilen.

 

Musikalisch und organisatorisch unterstützt Familie Plocher aus Holzhausen auch in diesem Jahr mit großem Einsatz dieses Angebot. Der Gottesdienst an Himmelfahrt ist zugleich ein sogenannter Distrikts-Gottesdienst. Seit einigen Jahren schon feiern die Kirchengemeinden aus dem Nahbereich an diesem Tag gemeinsam Gottesdienst. Ein Schlecht-Wetter-Telefon ist an Himmelfahrt ab 8.00 Uhr unter der Nummer 07485 8424020 erreichbar, weil dann der Gottesdienst gegebenenfalls verlegt werden würde.

 

Weitere Gottesdienste sind am 3. Juni, 15. Juli, 26. August und 16. September vorgesehen. Diese Gottesdienste sind ein Angebot des Evangelischen Kirchenbezirks Sulz.

Neue Pfarrerin in Sulz

Der Verbundkirchengemeinderat Sulz-Holzhausen hat am 23. Mai Pfarrerin Stefanie Fritz als neue Pfarrerin auf die Pfarrstelle Sulz II gewählt.

Stefanie Fritz ist seit September 2014 als Pfarrerin zur Dienstaushilfe beim Dekan im Kirchenbezirk Sulz tätig und übernahm dabei auch Aufgaben in der Verbundkirchengemeinde Sulz- Holzhausen. In dieser Zeit konnte sie die Kirchengemeinde kennenlernen und erlebte den Zusammenschluss der Kirchengemeinden Sulz und Holzhausen zur Verbundkirchengemeinde mit. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen in der Kirchengemeinde und vielen freundlichen und offenen Begegnungen mit Gemeindegliedern, hat sie sich dazu entschieden sich auf die vakante Pfarrstelle zu bewerben. Sie freut sich sehr darauf, das Zusammenwachsen der Verbundkirchengemeinde Sulz-Holzhausen zu begleiten und die Gemeindearbeit mit zu gestalten. Besonders wichtig ist ihr dabei, die verschiedenen Menschen die in der Kirchengemeinde vorkommen wahrzunehmen und miteinzubeziehen, da die Kirchengemeinde von den Menschen lebe, die sich in ihr einbringen.

Stefanie Fritz ist in Böblingen-Dagersheim aufgewachsen, wo sie in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit aktiv war. Nach dem Studium in Tübingen, Greifswald und Salamanca/Spanien war sie Vikarin im Kirchenbezirk Weinsberg, bevor sie im September 2014 Pfarrerin zur Dienstaushilfe beim Dekan in den Kirchenbezirk Sulz kam.

Pfarrerin Stefanie Fritz wird die Pfarrstelle Sulz II voraussichtlich zum 1. September übernehmen, die Investitur durch Dekan Vallon ist für den 17. September um 10.15 Uhr in der Stadtkirche Sulz geplant

Thomas Lehnardt wird neuer Pfarrer in Sulz-Holzhausen

Thomas Lehnardt wird neuer Pfarrer in Sulz-Holzhausen. Der Kirchengemeinderat der Verbundkirchengemeinde hat den 59-Jährigen am Donnerstag gewählt.

Pfarrer Thomas Lehnardt ist gegenwärtig noch Referent beim Dekan in Münsingen. Er vertritt dort die erste Pfarrstelle an der Martinskirche und nimmt die Aufgaben des geschäftsführenden Pfarrers der Gesamtkirchengemeinde wahr. Mit der anderen Hälfte seines Dienstauftrags arbeitet er als Referent beim Regionalbischof von Reutlingen, Prälat Dr. Christian Rose.

Neben dem Dienst beim Prälaten von Reutlingen wird Pfarrer Lehnardt die Gemeindepfarrstelle Sulz-Holzhausen übernehmen. Im letzten Jahr haben sich die Kirchengemeinden Sulz und Holzhausen zur ersten Verbundkirchengemeinde der Landeskirche zusammengeschlossen. „Ich finde es reizvoll mitzuhelfen, dass dieses innovative Projekt gelingt. Aus zweimal eins kann etwas Neues zusammenwachsen“, antwortet der neu gewählte Pfarrer auf die Frage, was ihn an der Stelle als Landpfarrer reizt.

„Ich freue mich darauf, mit Menschen am Sonntag ansprechende Gottesdienste zu feiern, und in der Woche den Alltag zu teilen. Dafür möchte ich gerne in Holzhausen wohnen.“ Die Kirchengemeinde Holzhausen hat in den letzten Jahren immer wieder Pfarrerwechsel erlebt. Die vielen erfahrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien ein großer Schatz, meint der neue Stelleninhaber. „Ich bin gespannt zu sehen, was da gewachsen ist und welche Pflege es braucht, damit die Saat weiter gut gedeiht.“

Thomas Lehnardt ist in Duisburg aufgewachsen. Nach seinem Studium der Evangelischen Theologie und der Judaistik in Wuppertal, Tübingen, Bonn/Köln und Jerusalem hat er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Tübingen und Münster gearbeitet. Seit 1992 war er im Pfarrdienst unter anderen in Stuttgart, Herrenberg und Mittelstadt tätig. Thomas Lehnardt hat zwei erwachsene Töchter.

Pfarrer Lehnardt tritt seinen Dienst in Sulz wahrscheinlich Anfang September an. Die Investitur durch Dekan Ulrich Vallon ist für den 10. September um 10.15 Uhr in der Georgskirche in Sulz-Holzhausen geplant.

Licht an für Menschlichkeit

Jeden Sonntagabend eine Kerze ins Fenster stellen…
Ein Zeichen für Menschlichkeit in unserem Land – allen gegenüber!

Machen Sie auch mit?
In vielen Fenstern strahlen sie schon: sonntags am Abend leuchten vielerorts Kerzen, als Zeichen für die Menschlichkeit in unserem Land. Vor gut einem Jahr in Dresden gestartet zieht die Initiative „Licht an für Menschlichkeit“ immer weitere Kreise. Der Kirchenbezirksausschuss, das Leitungsgremium des Evangelischen Kirchenbezirks Sulz, lädt alle ein, diese Initiative ebenfalls zu unterstützen und jeweils am Sonntagabend eine Kerze ins Fenster zu stellen. Viele Menschen packten und packen tatkräftig in der Flüchtlingsarbeit an. Zugleich treiben immer mehr Menschen auch verständliche Sorgen und Fragen um. Spürbar wird der Ton in unserem Land rauer. Deshalb sagen immer mehr Menschen: Licht an für Menschlichkeit! Und entzünden abends am Sonntag Kerze in ihren Fenstern um zu zeigen: Ich bin füreinen respektvollen, fairen und menschlichen Umgang untereinander. „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“ (Matthäus 7,12). Das gilt auch über das Christentum hinaus.


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Pressemeldung "Verbundkirchengemeinde"

Dekan Ulrich Vallon (erster Vorsitzender der Verbundkirchengemeinde Sulz-Holzhausen), Karl Mutschler (zweiter Vorsitzender der Verbundkirchengemeinde Sulz-Holzhausen)

Seit kurzem gibt es die Verbundkirchengemeinde Sulz-Holzhausen. Als erster Verbund von Kirchengemeinden dieser Art in Württemberg wurde sie nun offiziell konstituiert. Alle notwendigen Schritte und Planungen konnten in erstaunlich kurzer Zeit in die Wege geleitet werden. Erst im November 2015 hatte die Evangelische Landeskirche diese neue Form der Zusammenarbeit von Kirchengemeinden überhaupt ermöglicht.

Dass sich die kirchliche Arbeit verändert und beide Kirchengemeinden mit zusammen gut 2200 Evangelischen vor Herausforderungen stellt, haben die Kirchengemeinderäte aus Holzhausen und Sulz seit langem beobachtet. Für einige Angebote finden sich nicht genug Teilnehmende, bei anderen Angeboten fehlen die Mitarbeitenden. Die Pfarrstelle in Holzhausen war mit einem halben Dienstauftrag für Bewerber nicht attraktiv und schwer zu besetzen. Deshalb hatten sich beide Kirchengemeinden mit Beratern, unter anderem mit dem ehemaligen Dekan Frank Morlock aus Tuttlingen, auf den Weg gemacht. Es wurde analysiert, Veränderungen wurden angestoßen. Beim gemeinsamen Beraten und bei Gemeindeversammlungen überzeugten schließlich die Chancen einer Verbundkirchengemeinde. In diesem Verbund bleiben die Kirchengemeinden Holzausen und Sulz zwar bestehen und behalten ihr Eigentum wie beispielsweise Gemeindehäuser. Sie bilden aber nun einen Verbund, der alle bisherigen Aufgaben wahrnimmt. Das ist neu und gibt es in Württemberg bisher so noch nicht. Eine Ortskirchliche Verwaltung ist das neue, zuständige Gremium.

Bei der Konstituierung wurde als erster Vorsitzender Dekan Ulrich Vallon bestimmt. Zweiter Vorsitzender wurde Karl Mutschler. Wichtiges Anliegen in den Beratungen: Alle bisherigen Angestellten, das sind zum Beispiel die Erzieherinnen, Hausmeister und Mesner, werden ohne Veränderung von der Verbundkirchengemeinde übernommen. Gabi Hertenberger, bisher Kirchenpflegerin in Holzhausen, ist in den Kirchengemeinderat des Verbundes zugewählt. Sie wird als Verwaltungsfachkraft angestellt und arbeitet eng mit Kirchenpflegerin Traude Mangold zusammen. Diese neue Kirchenpflege für die Verbundkirchengemeinde wird zukünftig in Holzhausen sein. Obere Straße 2: dort wo Gabi Hertenberger als Sekretärin für das Pfarramt Holzhausen schon ihren Dienstort hat. Das geschäftsführende Pfarramt ist beim Dekan in Sulz.

Eine besondere Chance der Verbundkirchengemeinde bestehe darin, dass die zwei Pfarrstellen Holzhausen (50 Prozent) und Sulz II (100 Prozent) aufeinander abgestimmt wurden. „Da sie jetzt dem Verbund zugeordnet sind, haben wir geschaut, dass Aufgaben klar zugeschnitten sind. Das macht die Pfarrstelle in Holzhausen attraktiver, weil nun klar ist, dass man mit einer halben Stelle nicht alle Aufgaben wahrnehmen muss. Gerade viele Verwaltungsaufgaben fallen weg,“ erklärt Dekan Ulrich Vallon. In Geschäftsordnungen sei festgelegt, dass die Pfarrstelle Sulz II für die Arbeit mit Kindern, der Jugend und den Senioren Verantwortung trage. Von der Pfarrstelle in Holzhausen würden Schwerpunkte in der Erwachsenenbildung und beim Besuchsdienst gesetzt. „Dabei aber immer mit dem Blick auf den ganzen Verbund“, präzisiert der Sulzer Dekan.

Vor zukünftigen Kirchenwahlen ist dem zweiten Vorsitzenden Karl Mutschler nun wohler: „Es war in der Vergangenheit schwer, Kandidaten für den Kirchengemeinderat zu finden. Wenn im Herbst 2019 neu gewählt wird, dann braucht man weniger als bisher“. 14 Mitglieder wird das Leitungsgremium dann noch haben. Bis dahin sind die 19 bisherigen Mitglieder aus Holzhausen und aus Sulz im neuen Verbundkirchengemeinderat vertreten. Mutschler erhofft sich zudem weniger Sitzungen. Ein Ausschuss für Bausachen und Kindergarten wird diese Bereiche weitgehend selbstständig regeln. 

In den Beratungen immer wieder ein Thema: die Gottesdienste. Diese, so wurde in den Geschäftsordnungen festgelegt, werden weiterhin in Holzhausen und in Sulz jeden Sonntag gefeiert. Bisher war fast immer in Holzhausen um 9.00 Uhr Gottesdienst. Das ändert sich nun immer am ersten Sonntag im Monat. Dann ist der frühe Gottesdienst in Sulz und in Holzhausen beginnt der Sonntagsgottesdienst um 10.15 Uhr. An den anderen Sonntagen bleibt es umgekehrt. Auch festgelegt wurden die Konfirmationen in beiden Orten. Darauf vorbereiten werden sich die Jugendlichen aus Holzhausen und Sulz gemeinsam. Jährlich wechselnd übernehmen die Pfarrer auf den Stellen Holzhausen und Sulz II den Konfirmandenunterricht. So legt es die Geschäftsordnung fest. 

Dekan Vallon ist sich nach der Gründung der ersten Verbundkirchengemeinde in Württemberg sicher: „Wir haben die Grundlage für die Zukunft gelegt. Durch diesen Verbund konnten wir die Versorgung der Gemeinden weit über den

Fragen der Flüchtlingsarbeit und der Pfarrplan 2024 beschäftigte die Synode des evangelischen Kirchenbezirks bei der Frühjahrestagung in Sulz

Pfarrer Thomas Hämmerle aus Wittershausen forderte beim Eröffnungsgottesdienst: „Christen sollen ein neues Lied anstimmen.“ Nicht das alte Lied vom Klagen und Jammern sei dran. Es gelte Gott zu loben. Das sei ein neues Lied. Auch Nächstenliebe sei Variante dieses Neuen und zudem dringend nötig in unserer Zeit. Eine Musikgruppe um Erika Rieder gestaltet den Gottesdienst mit.

Dekan Ulrich Vallon freute sich über eine gewohnt hohe Beteiligung beim wichtigsten Gremium des evangelischen Kirchenbezirks. Pfarrerin Ines Fischer stellte sich der Synode vor. Sie ist Asylpfarrerin in der Prälatur Reutlingen. „Wo kommt die Rose auf meinem Tisch her? Woher sind die seltenen Metalle in meinem Handy?“ Dafür werde zerstörerisch die Natur in Äthiopien und im Kongo ausgebeutet. Große Gebiete würden unbewohnbar. Daran verdeutliche Fischer die Ursachen der großen Flüchtlingsströme. Krieg sei nur ein Fluchtgrund. Es gäbe viele andere Gründe. Weltweit seien 60 Millionen Menschen auf der Flucht, ein Drittel davon Klimaflüchtlinge. Wie gehe die Kirche damit um, dass Gottes Welt mehr und mehr zerstört wird? „Das Flüchtlingsthema wird uns als Kirche noch lange beschäftigen“, so ihre Prognose. Bei der Arbeit mit Flüchtlingen in den Orten des Kirchenbezirks bräche das System ohne Ehrenamtliche zusammen. Viele gingen bis an ihre Belastungsgrenze. Da brauche es Hilfe. Die Erfahrung zeige, dass diese Arbeit mit den Flüchtlingen zusammen und nicht für die Flüchtlinge geschehen müsse. „Wir müssen fragen, was sie brauchen“, so Fischer. Ihre Erfahrung sei: „Wer Flüchtlingen begegnet und sie kennenlernt, der kann nicht mehr neutral von den Flüchtlingen reden.“ Begegnung sehe sie überhaupt als Schlüssel gegen Sorgen und Befürchtungen, denen sie auch begegne. Ihren Vortag und den engagierten Austausch schloss sie mit der Aussage: „Solange es Notlagen gibt, weshalb sich Menschen auf den Weg machen, braucht es auch Möglichkeiten, an denen sie sich in Sicherheit aufhalten können.“ 

Aktuelle Zahlen zur Unterbringung von Flüchtlingen in Gemeinden des Kirchenbezirks gab es vom Vorsitzenden des Diakonischen Bezirksausschusses,  Hans-Jörg Fahrner. Er beschrieb Notwendigkeit und Aufgaben der im Februar geschaffenen Koordinationsstelle beim Kirchenbezirk. Neu eingestellt wurde Sozialpädagoge, Michael Widmann. Er unterstützt die evangelischen Kirchengemeinden bei der Herausforderung ehrenamtlichen Helfern zu gewinnen. Der Austausch über Erfahrungen soll ermöglicht werden. Widmann solle auch Möglichkeiten vermittelt, wie Ehrenamtliche sich für die Aufgaben fortbilden können. Das Gremium beschloss die Finanzierung dies Projektes für die kommenden fünf Jahre. Die Landeskirche stellt dafür den Großteil des Geldes bereit. Erwin Burkhardt, er vertritt den Kirchenbezirk Sulz in der Landessynode, erklärte, dass die Landeskirche viel Geld dafür in die Hand nehme. Zugleich werde man aber auch denselben Betrag auch in betroffen Ländern einsetzen. 

Weiterer Schwerpunkt war der Pfarrplan 2024. Ziel dieser wiederkehrenden Planung ist es, die Entwicklung der Gemeindegliederzahlen und die Anzahl der Pfarrstellen in Einklang zu bringen. Über die Entwicklung bei den Gemeindegliedern hatte sich das Gremium bei vorausgegangenen Treffen ausführlich informiert. Bekannt ist, dass der demografische Wandel besonders in ländlichen Gebieten gravierende Änderungen verursacht. Nun ging es darum, wie die Planungen für die Pfarrstellen bis 2024 angegangen wird. Denn wenn es im März 2017 die genauen Zahlen von der Landeskirche gibt, will man in Sulz vorbereitet sein. Als Vorbereitung wird es eine Vordenkergruppe geben, bei der sich jeweils drei Personen aus jedem Nahbereich beteiligen sollen. Dekan Ulrich Vallon: „Ich wünsche mir einen breiten Beteiligungsprozess.“ Damit örtliche und regionalen Merkmale der Kirchengemeinden gut berücksichtigt werden können, gelte es früh in Planungen einzusteigen. „Wir sind Kirche Jesus Christi“ betonte der Dekan mit dem Wunsch nach einem solidarischen Miteinander in diesem Prozess, denn so Dekan Ulrich Vallon: „Lösungen in der Nachbarschaft werden unumgänglich sein.“

Koordinationsbeauftragter für ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingsarbeit für den Kirchenbezirk Sulz und im Landkreis Rottweil

... diese komplexe Stellenausschreibung begegnete mir im Dezember letzten Jahres und weckte mein Interesse. Nun werden Sie sich fragen: „Wer ist diese Person, welche sich auf eine solche Stelle in der Diakonie Sulz bewirbt?“  

Mein Name ist Michael Widmann und geboren wurde ich 1966 in der Pfalz von Eltern welche von der "Alb rah san". Aufwachsen durfte ich mit meinen zwei jüngeren Geschwistern in Hamburg und Hessen. Hier engagierte ich mich schon früh durch die Georgs-Pfadfinder für Flüchtlinge und für die Integration von Migranten und Gastarbeiter. Meine berufliche Laufbahn zog mich nach Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Namibia, Berlin und seit 17 Jahren bin ich nun in Baden-Württemberg beheimatet.

So vielseitig die Orte, so vielseitig bin ich als Person Michael Widmann. Dadurch bringe ich das nötige Handwerkszeug des Diplom Sozialpädagogen und Master für Sozial- & Gesundheitsmanager für die Koordinatorenstelle mit. Am 01. Februar 2016 habe ich meine Tätigkeit im Dekanat in Sulz begonnen. Die ersten Kontakte zu ehrenamtlichen Helfern, Kommunen und Kirchengemeinden knüpfte ich schon am zweien Arbeitstag.

Zu den vielseitigen Aufgaben dieser Stelle gehören unter anderem:

-Unterstützung der Ev. Kirchengemeinden bei der Gewinnung von ehrenamtlichen Helfern in der Migrationsarbeit

-Initiierung und Hilfestellung beim Aufbau von Flüchtlingskreisen

-Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Gruppierungen von Arbeitskreisen, Freundschaftskreisen, Arbeitskreisen und Landratsämtern

-Schaffung von Austausch- und Qualifizierungsmöglichkeiten.

Rückkopplung zur Diakonie Württemberg

Sie erreichen mich in der Regel immer am Dienstag und Mittwoch zwischen 09:00 Uhr und 16:00 Uhr oder nach Terminabsprache im Dekanat Sulz unter 07454 406574 oder per Mail unter migration.diakoniedontospamme@gowaway.dekanat-sulz.de 

Ich freue mich auf eine lebhafte und gute Zusammenarbeit.

Michael Widmann

Resolution

Gemeinsame Resolution der Vorsitzenden der evangelischen Kirchenbezirke Balingen, Sulz, Tuttlingen, Villingen und der katholischen Dekanate Balingen, Rottweil, Schwarzwald-Baar, Tuttlingen-Spaichingen

 

Wir sind erschrocken und erschüttert über die hasserfüllte Gewalt in Paris.

Diese Anschläge sind letztlich ein Anschlag auf alle Menschen und auf Europa. Als Christen und über Religionen und Weltanschauungen hinweg werden wir trotz des Terrors zusammenstehen und lassen uns nicht davon abbringen Menschen aus Krisengebieten zu helfen.

Weltweit sind derzeit 60 Millionen Menschen auf der Flucht, vor allem vor Krieg, Terror und Not. Die meisten von ihnen finden Aufnahme in ihren Nachbarländern. Nur ein Bruchteil der Flüchtlinge kommt nach Europa, oft unter Strapazen und Lebensgefahr. Sie bitten um Aufnahme und Schutz.

 

Als Christinnen und Christen sind wir verpflichtet, uns der Hilfesuchenden anzunehmen. Jesus bezeichnet die Nächstenliebe als höchstes und wichtigstes Gebot: „Was ihr einem meiner geringsten „Geschwister“ getan habt, das habt ihr mir getan. Was ihr einem meiner geringsten „Geschwister“ nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan“ (Matthäus 25).

 

Wer vom „christlichen Abendland“ redet, ist diesen Werten verpflichtet. Es liegt an uns, unseren Glauben selbstbewusst und im Vertrauen auf Gottes Liebe zu leben und dies auch an unseren Taten erkennen zu lassen. Dies bezieht sich nachdrücklich auch auf Flüchtlinge anderer Kulturen und Religionen Dabei geht es nie um ein Gegeneinander, sondern um ein respektvolles Miteinander.

 

Es ist uns unerträglich, wenn bei fremdenfeindlichen Demonstrationen christliche Kreuze mitgeführt oder Menschen mit dem Tod bedroht werden. Wir vertrauen auf einen Gott, von dem es heißt: „Der Herr behütet die Fremdlinge und erhält Waisen und Witwen (Psalm 146,9).“ Nach der biblischen Botschaft macht Gott selbst sich zum Anwalt der Fremden und der sozial Benachteiligten. Also sind auch wir als Christinnen und Christen aufgefordert, für Fremde und Benachteiligte einzutreten.

 

Wir wenden uns entschieden gegen alle Formen von Fremdenhass, Rassismus und Hetze. Wir verurteilen jede Gewalt gegen Menschen und Sachen, auch alle Halbwahrheiten und Lügen, die Ängste vor Flüchtlingen schüren. Wer so argumentiert und handelt, gefährdet die Rechtsordnung und den Frieden in unserem Land, nicht die Menschen, die bei uns Schutz suchen und um Asyl bitten.

 

Wir erwarten von allen Menschen, die hier leben oder leben wollen, dass sie die Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland und die demokratischen Grundlagen respektieren und einhalten.

 

Wir danken allen Ehren- und Hauptamtlichen, die mit hohem Einsatz sich für Flüchtlinge und für Benachteiligte in unserer Gesellschaft engagieren, und allen, die sie mit Spenden unterstützen. Sie praktizieren eine „Willkommenskultur“.

 

Derzeit besteht an vielen Orten eine große Notlage bei der Unterbringung von Flüchtlingen, die durch den anbrechenden Winter verschärft wird. Deshalb bitten wir die Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen zu prüfen, ob sie weiteren Wohnraum und weitere Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen können.

Wir bitten zudem unsere Gemeindeglieder, Wohnraum nicht leer stehen zu lassen.

Uns ist bewusst, dass vor uns allen ein langer Prozess der Aufnahme, der Integration und der Begleitung liegt. Die Herausforderungen sind groß. Sie werden uns einiges abverlangen, auch die Bereitschaft zur Veränderungen. Das alles macht uns Angst. Doch dies ist kein Grund Türen und Herzen zu verschließen. Unserem Land wurde nach dem selbstverschuldeten zweiten Weltkrieg ein Neubeginn geschenkt und für viele ist ein großer Wohlstand gewachsen.

 

Wir können deshalb auch solidarisch für Notleidende sorgen und auch Wohlstand mit ihnen teilen.

 

In Solidarität mit allen, die für Flüchtlinge ein offenes Herz haben und sich öffentlich dazu bekennen.

 

Im November 2015

 

Für die Evangelischen Kirchenbezirke Balingen, Sulz, Tuttlingen, Villingen und für die katholischen Dekanate Balingen, Rottweil, Tuttlingen-Spaichingen, Schwarzwald-Baar

Christa Schwarz, Vorsitzende der Bezirkssynode, und Dekan Beatus Widmann, Codekan Albrecht Knoch, evangelisches Dekanat Balingen

Wolfgang Buse, Zweiter Vorsitzender des Dekanatsrates und Dekan Anton Bock, katholisches Dekanat Balingen

Harald Müller, Vorsitzender der Bezirkssynode, und Dekan Ulrich Vallon, evangelisches Dekanat Sulz

Alicja Garcia Bernal, Zweite Vorsitzende des Dekanatsrates, und Dekan Martin Stöffelmaier, katholisches Dekanat Rottweil

Heinz Elsäßer, Vorsitzender der Bezirkssynode, und Dekan Sebastian Berghaus, evangelisches Dekanat Tuttlingen

Norbert Anton Schnee, Zweiter Vorsitzender des Dekanatsrates, und Dekan Matthias Koschar, katholisches Dekanat Tuttlingen-Spaichingen.

Evi Jobst, Vorsitzende der Bezirkssynode Villingen, und Dekan Wolfgang Rüter-Ebel, evangelisches Dekanat Villingen

Ursula Saur, Vorsitzende des Dekanatsrates, und Dekan Josef Fischer, katholisches Dekanat Schwarzwald-Baar